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Ab dem Jahrgang 2019 im Lagenportfolio von Stefan Steinmetz: die Wehlener Sonnenuhr

Ab dem Jahrgang 2019 im Lagenportfolio von Stefan Steinmetz: die Wehlener Sonnenuhr · Bild: Werner Elflein

Heiß, aber nicht fettig

Wie Stefan Steinmetz' Rieslinge den Widrigkeiten des Hitze-Jahrgangs 2018 trotzen

An manchen Tagen erinnerten die Tagestemperaturen im Sommer 2018 an das Jahr 2003. Neue Hitzerekorde ließen für den Weinbau zunächst Schlimmes befürchten. Doch glücklicherweise reichten die Flüssigkeitsreserven in den Böden meist aus, um die Reben mit ausreichend Wasser zu versorgen. Die Weinlese brachte (aus wirtschaftlicher Sicht erfreulich) hohe Erträge, für die Erzeugung großer trockener Rieslinge war der Jahrgang jedoch nicht prädestiniert. Hohen Mostgewichten und einer damit einhergehenden wenig moderaten Alkoholausbeute standen geringe Säure- und Extraktwerte gegenüber. Entsprechend zurückhaltend reagierten Teile der Fachwelt bei der Vorstellung der trockenen 2018er Rieslinge bei der diesjährigen ProWein. Doch in Insiderkreisen fiel immer wieder ein Name: Stefan Steinmetz. Für viele weinverrückte Mosel-Enthusiasten zählt der Winzer aus Brauneberg schon seit langem zu den Besten seines Faches. Nun ging das Gerücht um, Steinmetz habe 2018 erneut herausragende Rieslinge erzeugt, allen Widrigkeiten des Jahrgangs zum Trotz auch solche mit trockenem Geschmacksbild. Werner Elflein hat für weinfreaks.de die Rieslingkollektion des Ausnahmewinzers verkostet.

Sehr gute Weine hat bereits Vater Günther gemacht. Das Weingut in Brauneberg trägt weiterhin seinen Namen. Wann immer Stefan Steinmetz gereifte Weine aus der Schaffenszeit des Seniors präsentiert, besteht kein Zweifel, dass der kleine Familienbetrieb an der Mittelmosel lange Zeit nicht die ihm gebührende mediale Aufmerksamkeit erhalten hat.

Noch heute tut sich die Mainstream-Weinkritik mit den Rieslingen von Stefan Steinmetz ein wenig schwer. Erst nach und nach, mit einer Verzögerung von gut und gerne einem Jahrzehnt, reagieren die etablierten Weinführer. Jedoch scheint es gelegentlich so, als enthalte der eine oder andere Verkoster den Weinen weiterhin die eigentlich verdienten Höchstbewertungen vor. Dabei hat der ehrgeizige Brauneberger der selbsternannten, in vielen Fällen jedoch auch saturiertren Winzerelite aus dem Verband der Prädikatsweingüter längst den Rang abgelaufen.

Weil er alle seine Weine, auch den Riesling für die Literflasche, mit den kellereigenen Hefen vergärt, gibt es bei Stefan Steinmetz nur selten trockene Rieslinge. Meist bleiben sie in der Gärung bei einem Restzuckergehalt knapp oberhalb der gesetzlichen Höchstgrenze stehen. Dann schmecken sie dank ihrer in der Regel recht pikanten Säure zwar trocken, dürfen aber offiziell nicht so bezeichnet werden. Gilt Steinmetz seit jeher als ausgesprochener Spezialist für die Erzeugung charaktervoller Einzellagen-Rieslinge mit wenig Restzucker, sorgen heute zunehmend auch seine feinherben, frucht- und edelsüßen Rieslinge für Furore. Immer besser, weil feiner und eleganter, werden auch die Rotweine, allen voran die Spätburgunder.

Den Aufstieg in die Spitze der besten Weinmacher Deutschlands verdankt Stefan Steinmetz nicht zuletzt seinem Gespür für das, was die Franzosen Terroir nennen und hierzulande leider zu einem Mode- und inhaltsleeren Schlagwort verkommen ist. Lagen- und Jahrgangsunterschiede sind bei kaum einem anderen so transparent und nachvollziehbar wie bei ihm. Da ist es nur konsequent, dass es nicht jedes Jahr die nominell gleichen Weine gibt. Den Grand-Cru-Status, auf dem Etikett sichtbar durch ein „G“, gefolgt vom ersten Buchstaben des Ortsnamens, erlangen nur die jahrgangsbesten.

Mit der moderaten Vergrößerung seines Weinguts schöpft Stefan Steinmetz inzwischen aus einem einzigartigen Lagenportfolio. Verfügte er bereits vorher über Parzellen in Spitzenlagen wie der Brauneberger Juffer und Juffer-Sonnenuhr, dem Piesporter Goldtröpfchen oder, seit 2016, dem Neumagener Rosengärtchen, kam im vergangenen Jahr noch der Dhroner Großer Hengelberg als Monopollage hinzu. 2019 werden zudem erstmals die Wehlener Sonnenuhr und der Wiltinger Rosenberg auf dem Gutsetikett erscheinen.

Mit seinen Rieslingen aus dem Jahrgang 2018 setzt Stefan Steinmetz nach 2015, 2016 und 2017 die eigene Messlatte erneut ein ganzes Stück höher, scheinbar unbeeindruckt vom schwierigen Witterungsverlauf. Tatsächlich sind ihm im vergangenen Jahr die wahrscheinlich besten Rieslinge seiner bisherigen Winzerkarriere gelungen.

Augenfällig ist die große Bandbreite innerhalb der Kollektion. Die Rieslinge aus den kühleren Lagen sind saftig, besitzen bei aller Reife eine überraschend vitale Säure und könnten in dieser Form auch aus einem typischen Cool-Climate-Jahrgang stammen. Hingegen haben die wärmeren Lagen vornehmlich etwas weichere, cremigere Rieslinge hervorgebracht, die aber über so viel Substanz und mineralische Tiefe verfügen, dass die geringere Säure geschmacklich nicht wirklich ins Gewicht fällt. Selbst die opulenteren Rieslinge schweben über die Zunge, als würden sie von einer unsichtbaren Kraft getragen. Heiß, aber nicht fettig – mit diesen Worten lässt sich die 2018er Rieslingkollektion von Stefan Steinmetz zwar zugegebenermaßen ein wenig plakativ, aber treffend beschreiben.

Auf die Zugabe von Weinsäure, 2018 gesetzlich erlaubt, hat Stefan Steinmetz verzichtet. Vor allem seine alten Reben haben die Trockenheit und die Hitze des Sommers überraschend gut weggesteckt.

Der Riesling aus dem Lehmener Ausoniusstein ist als Projektwein in Zusammenarbeit mit Martin Gerlach aus Kobern-Gondorf an der Terrassenmosel entstanden.

Die Weine im Überblick

Steinmetz & Gerlach

Steinmetz & Gerlach · Deutschland
2018er Lehmener Ausoniusstein Riesling Qualitätswein
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 33 19 · 13,5% vol. Alkohol

18,5 | 01.10.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Pures Weißgold mit goldgelben Reflexen. Vielschichtiges, dezent fruchtiges und floral anmutendes Bukett mit feinen Aromen von Erdbeere, Erdbeerjogurt, Rhabarber und einem Hauch Vanille. Am Gaumen die nahezu perfekte Synthese aus Opulenz und beschwingter Leichtigkeit. Selbst 13,5% Alkohol schaffen es nicht, den Eindruck von Schwere oder Üppigkeit aufkommen zu lassen. Eine überaus präsente, grünkräuterig anklingende Mineralität substituiert die moderate, eher weiche Säure des Jahrgangs vollständig. Gleichzeitig sorgt sie für ein hohes Maß an Lebendigkeit und vermittelt beim Trinken die Wahrnehmung von Eleganz und Finesse, scheinbar im Kontrast zur monumentalen Fülle und Konzentration. Herausragende Länge, sehr gute Nachhaltigkeit.

17,5 | 01.06.2019 | offen verkostet von Werner Elflein

Günther Steinmetz

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2018er Brauneberger Juffer Riesling Kabinett feinherb
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 21 19 · 11% vol. Alkohol

16,5 | 20.08.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Nach dem Brauneberger Riesling ein weitererer hochklassiger Vertreter der 2018er Kollektion von Stefan Steinmetz, den ich bei der ersten Verkostung im Juni zwar hoch bewertet, aber, wie sich nun zeigt, dennoch etwas unterschätzt habe. Die Entwicklung der vergangenen zweieinhalb Monate spricht jedoch eindeutig für den Wein. Zitronengelb mit weißgoldenem Einschlag. Fruchtbetontes, von der Spontangärung und feiner Pfirsichnote geprägtes Bukett. Auf der Zunge bei aller Kraft und Fülle – dabei schlagen hier lediglich 10% Alkohol zu Buche – mit einer eines Kabinetts würdigen Eleganz. Saftige Rieslingfrucht, animierendes Spiel von schroffer Schiefermineralität, zarter Süße und subtil anklingender Säure. Obwohl alle Komponenten sehr gut aufeinander abgestimmt sind, verfügt der Wein über genügend Charakter und Eigenständigkeit, um in seiner Prädikatskategorie (auch stilistisch) herauszuragen. Im hervorragenden und langen Finish außergewöhnlich druckvoll, ohne dabei aus der Form zu geraten.

15 | 01.06.2019 | offen verkostet von Werner Elflein

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2018er Dhroner Großer Hengelberg Riesling Spätlese Goldkapsel
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 13 19 · 8,5% vol. Alkohol

18 | 18.09.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Helles Weißgold. Beeindruckend konzentrierter und klar fokussierter Beerenduft. Setzt am Gaumen nicht auf die plakative Kontrastierung der Säure durch Süße, sondern besticht durch ein filigranes, vielschichtiges, hochfeines und hintergründiges, bestens in das cremige Mundgefühl eingebettetes Spiel von Mineralität und Frucht. Anklingende Aromen von Orange und Karambole. Bemerkenswerte Fülle einer Auslese, ohne jedoch auch nur mit einem Hauch Botrytis. Exzellente Länge.

18 | 01.06.2019 | offen verkostet von Werner Elflein

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2018er Riesling Qualitätswein
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 32 19 · 12% vol. Alkohol

15 | 16.08.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Als Literwein im Holzfuder ausgebaut, spontanvergoren und alleine schon aus diesem Grund eine Provokation des Mainstreams. Zartgraues Gelb. In der Nase mit feinen, aber eben nicht primären Fruchtaromen und dem Duft von blauem Schiefer. Deutliche Prägung durch die wilden Kellerhefen. An der Luft entwickelt sich mehr Komplexität. Nuancen von Zimt und Walderdbeeren. Auf der Zunge geradlinig und in erster Linie der Mineralität verpflichtet. Belebende, pikante Säure, herb-würziger Charakter. Extrem trocken, dennoch charmant und ausgewogen. Sehr gute Länge.

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2018er Kestener Paulinsberg Riesling Spätlese Goldkapsel
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 12 19 · 10% vol. Alkohol

19 | 11.10.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Helles Weißgold mit leichtem Grünschimmer. Bereits beim Entkorken steigt aus dem Flaschenhals purer Nektarinenduft mit Anklängen von Pfirsich und Aprikose in die Nase empor. Im Mund breitet sich die Frucht explosionsartig über die Zunge und am Gaumen aus. Saftig und mit einem für den Jahrgang überraschend expressives und perfekt ausbalanciertes Spiel von Süße und Säure. Exzellente Länge. Eine Spätlese mit hohem Animationsfaktor, gemacht für mehrere Jahrzehnte.

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2018er Brauneberger Riesling Qualitätswein
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 10 19 · 12% vol. Alkohol

16 | 17.08.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Grau- bis Zitronengelb. Noch mit deutlichen Spontangäraromen in der Nase. Mineralischer Duft nach Cassis und dezenten Anklängen von Pfirsich und Nektarine. Auf der Zunge zupackend, saftig und animierend. Vibrierende Mineralität und mit einer für den Jahrgang seltenen Frische. Sehr gute Länge. Zeigt sich gegenüber der ersten Verkostung im Juni 2019 signifikant verbessert.

14,5 | 01.06.2019 | offen verkostet von Werner Elflein

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2018er Mülheimer Sonnenlay Riesling Kabinett
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 19 19 · 9% vol. Alkohol

16 | 30.10.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Blasses Gelb. Noch unentwickeltes und verhaltendes Bukett mit dezenten Aromen von Pfirsich und Nektarine. Geradliniger und messerscharf auf das Wesentliche fokussierter klassischer Kabinett mit mundwässernder Saftigkeit und einer pikanten, würzigen, reifen und perfekt integrierten Säure. Ein Riesling mit großem Spaß- und Animationsfaktor, den ich im Jahrgang 2018 für kaum möglich gehalten hätte. Sehr lang und nachhaltig.

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2018er Piesporter Grafenberg Riesling Kabinett
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 20 19 · 10% vol. Alkohol

16 | 22.10.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Helles Weißgold mit grünlichem Touch. Mineralischer und leicht pflanzlicher Duft nach Grapefruit und Pfirsich. Vor Saftigkeit strotzende Rieslingfrucht mit pikanter Säure und herb-würziger Note. Klassischer Kabinettstil, der auf eine nur sehr moderate Süße setzt. Daher für seine Prädikatsstufe recht krätig und von seiner Gewichtsklasse her eher eine Spätlese. Zeigt im Finale pure Grapefruitaromen mitsamt der zugehörigen Bitternote. Hervorragende Länge. Könnte in dieser Form aus einem deutlich kühleren Jahr stammen.

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2018er Brauneberger Juffer GB Riesling Qualitätswein
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 29 19 · 13% vol. Alkohol

17,5 | 24.08.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Brillantes Zitronengelb. Dichter und hochfeiner, von Steinobst, insbesondere Pfirsich und Pfirsichkern, geprägter, hervorragend ausbalancierter Duft. Mit 13% Alkohol alles andere als ein Leichtgewicht, jedoch zeigt sich der Körper nahezu perfekt in die cremige Fruchtfülle eingebunden. Alles erscheint so schlüssig und wie selbstverständlich, dass sich die Frage nach der Säure, der hier allenfalls eine Statistenrolle zukommt, gar nicht erst stellt. Ein Wein wie Seide am Gaumen und aus einem Guss, sanft und nachhaltig ausklingend.

16,5 | 01.06.2019 | offen verkostet von Werner Elflein

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2018er Dhroner Großer Hengelberg Riesling Qualitätswein Reserve
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 34 19 · 13,5% vol. Alkohol

19,5 | 20.09.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Derzeit noch ein wenig verschlossen. Öffnet sich aber sehr gut nach einer kurzen Belüftung im Ovarius-Dekanter. Helles Goldgelb. Fulminanter Ananasduft. Zartrauchige und feine ätherische Noten vom Ausbau im neuen Stockinger-Holzfass. Am Gaumen mit monumentaler, geradezu barocker Fülle und einer Ananasfrucht, die den gesamten Mundraum auskleidet. Bei 13,5% Alkohol zweifellos alles andere als ein Leichtgewicht. Dennoch kommt dank einer belebenden Säure beim Trinken kein Gefühl von Sättigung auf. Die Hengelberg-Reserve schafft mühelos den Spagat zwischen scheinbar Gegensätzlichem: Saftigkeit und vitale Säurestruktur trotzen der cremigen und voluminösen Opulenz, Spannung und mineralische Vibration treffen auf stoische Noblesse. Feinwürzige Schiefernote. Überragende Länge und Nachhaltigkeit. Einer der wirklich großen deutschen Rieslinge. Benötigt unbedingt mehrere Jahre Flaschenreife.

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2018er Dhroner Großer Hengelberg Riesling Qualitätswein
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 35 19 · 13% vol. Alkohol

17,5 | 19.09.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Helles Weißgold. Dichtes Bukett von Steinobst, insbesondere gelber Aprikose und hochreifer Zitrone. Im Mund mit zwei Halbzeiten. In der ersten Hälfte überwiegt eine cremige Opulenz. Eine fruchtige Note und eine mineralische, zartherb anklingende Würze sorgen am Gaumen aber gleichzeitig für Erleichterung. Bei aller Kraft und Fülle – die 13% Alkohol sind sehr gut eingebunden, lassen sich aber auch nicht wegdiskutieren – nicht im Ansatz schwerfällig oder gar barock. Bei soviel Dichte und Konzentration stellt sich die Frage nach der Säure kaum, obwohl sie in der zweiten Halbzeit und spätestens im beeindruckend langen Finale, sozusagen in der Nachspielzeit, letztlich doch merkbar, mehr oder weniger fest ummantelt in Erscheinung tritt. Enorme Persistenz auf der Zunge.

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2018er Dhroner Hofberg Riesling Qualitätswein
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 37 19 · 12,5% vol. Alkohol

15,5 | 06.09.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Zitronengelb. In der Nase mit floralem Touch und dem honigwürzigen Duft weißer Blüten und gelbem Apfel. Benötigt noch dringend einige Monate Zeit. Wirkt gegenwärtig noch ein wenig verschlossen am Gaumen, zeigt aber vielversprechende Ansätze, auch wenn sich feinsaftige Frucht und feingliedrige Säure derzeit noch unversöhnlich gegenüber stehen und sich finden müssen. Gute Länge.

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2018er Dhroner Großer Hengelberg Riesling Auslese Goldkapsel
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 14 19 · 7,5% vol. Alkohol

19,5 | 07.10.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Pures Weißgold. Konzentrierter Beerenduft mit feinen, dezent anklingenden Aromen von teils hochreifer, teils gebackener Ananas. Liegt federleicht auf der Zunge. Am Gaumen hochelegant und mit enormer Dichte, die überraschenderweise von gänzlich botrytisfreiem Lesematerial (105° Oechsle) stammt. Herausragende Balance. Zartes, subtiles, von cremiger Substanz ummanteltes Säurespiel. Nicht zu süß. Atemberaubende Länge, exzellente Nachhaltigkeit. Nicht für die Gegenwart gemacht. Dieser Auslese gehört die Zukunft.

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2018er Brauneberger Juffer-Sonnenuhr Riesling Auslese Goldkapsel
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 16 19 · 8% vol. Alkohol

18,5 | 29.10.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Grünliches Weißgold. Von opulenter Fruchtexpression, dabei teilweise von getrocknetem Obst geprägtes Bukett. Vorwiegend reife gelbe Früchte, im Hintergrund auch mit tropischer Komponente. Auf der Zunge präsentiert sich die Auslese keineswegs zu süß, vielmehr wäre angesichts der langen Lebensdauer ein höherer Restzuckerwert vielleicht sogar wünschenswert. Beeindruckt am Gaumen durch fordernde Fruchtfülle und eine leicht bananige Textur, die in ihrer Ausprägung an die heißen Jahrgänge 2003 und 2005 erinnert. Elegantes und zurückhaltendes, erst im Finale anklingendes Spiel von reifer Säure. Exzellente Länge und Nachhaltigkeit. Benötigt unbedingt Reife und dürfte sein gesamtes Potenzial eher nach zwanzig als nach zehn Jahren zeigen.

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2018er Dhroner Hofberg GD Riesling Qualitätswein
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 30 19 · 13,5% vol. Alkohol

18 | 21.09.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Leuchtendes Weißgold. Ausladendes Bukett nach Karambole und reifer Zitrusfrucht. Am Gaumen trifft cremige Opulenz auf ein filigranes, zugleich aber auch sehr intensives mineralisches Spiel. Wahrnehmbare Süße eines feinherben Rieslings, moderat anklingende Säure, dezente phenolische Komponente. Ausdrucksvoll, mit herausragender Länge und großer Nachhaltigkeit.

17 | 01.06.2019 | offen verkostet von Werner Elflein

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2018er Neumagener Rosengärtchen von den Terrassen Riesling Qualitätswein
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 36 19 · 12% vol. Alkohol

18 | 01.09.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Helles, weißgolden angehauchtes Gelb. Dichtes Bukett mit Aromen von frischem, hausgemachtem Kompott aus reifen gelben Äpfeln. Daneben auch etwas Minze. Vor dem Hintergrund außergewöhnlicher Konzentration und cremiger, ausladender Fülle überraschend moderater Alkoholgehalt. Feine, elegante und lebendige Säurestruktur, die ausgleichend, balancierend und erfrischend wirkt. Trotz seines enormen Geschmacksvolumens nicht sättigend. Herausragende Länge. Steht jahrgangsbedingt im deutlichen Kontrast zum extrem mineralischen, eher vertikal angelegten 2017er.

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2018er Veldenzer Grafschafter Sonnenberg Riesling Qualitätswein Alte Reben
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 43 19 · 13% vol. Alkohol

17 | 03.12.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Zartgrünes Weißgold. Komplexes, primär aber fruchtbetontes Bukett mit Aromen von gelbem Apfel. Erinnert auch an ein frisches Kompott mit großen Apfelstücken. Daneben Nuancen von Orange und Mandarine. Auf der Zunge mit feinwürzigem Auftakt, nicht minder aber auch geprägt durch die zuvor beschriebenen Früchte. Subtile Mineralität, die sich zunächst hinter einer Tür verbirgt. Doch langsam bewegt sich die Türklinke nach unten, und leise, auf Zehenspitzen tänzelnd, schleichen sich mineralische Noten heran, die im Mund regelrecht vibrieren. Großartige Substanz, die Alkohol, Säure und Süße in eine zartcremige Fülle verpackt. Hervorragende Tiefe, klingt lange nach.

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2018er Dhroner Hofberg Riesling Auslese Goldkapsel
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 15 19 · 8% vol. Alkohol

19 | 24.09.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Brillantes leuchtendes Weißgold. Weinmacherlegende Hans Günter Schwarz, der stets die klare Frucht der Traube im Wein propagierte, hätte seine wahre Freude an diesem hochfeinen, präzisen Beerenduft. Auf der Zunge pure Eleganz. Äußerst filigran und mit einer großartigen Balance. Zarte Cremigkeit am Gaumen, subtiles Säurespiel, perfekt abgestimmte Süße, exzellente Tiefe und Länge.

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2018er Kestener Paulinsberg Riesling Auslese Goldkapsel
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 17 19 · 8% vol. Alkohol

17,5 | 01.11.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Helles Grüngelb. Spontanwürziges Bukett mit komplexen Fruchtaromen, die eine exakte Benennung erschweren. Karambole trifft wohl am ehesten zu, wenn die Säure der Frucht außer Acht gelassen wird. Eine süße Komponente erinnert an Aprikosengelee. Auf der Zunge saftig, mit guter Säurepräsenz und geschmacklich überraschend moderater Süße. Zum Teil mit noch etwas unscharfen Konturen. Die Gewürzaromen und Phenole sind noch auf der Suche nach ihrem festen Platz. Unter den diesjährigen Auslesen von Stefan Steinmetz ist diese wohl die zurzeit am wenigsten entwickelte. Erinnert an einen Fernsehthriller, dessen Handlung mehrfach eine überraschende Wendung nimmt. Eine Auslese, die echten Weinfreaks aufgrund ihrer hintergründigen Vielschichtigkeit weitaus mehr sagen dürfte als dem Mainstreamtrinker. Hervorragende Länge und Nachhaltigkeit.

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2018er Piesporter Goldtröpfchen Riesling Auslese Goldkapsel
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 18 19 · 9% vol. Alkohol

18 | 24.10.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Grüngelb mit weißgoldenen Reflexen. Fruchtbetontes, nicht allzu ausladendes Bukett nach reifer Orange. In der zweiten Nase feinwürzige, grünkräuterige Nuancen. Eröffnet im Mund mit zartcremiger Fülle, die ein mit leichter Verzögerung einsetzendes, von frischer Säure geprägtes Fruchtspiel nahezu perfekt kontrastiert. Nicht allzu präsente Süße. Moderat anklingende Botrytis im sehr langen Finish. Großartige Nachhaltigkeit.

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2018er Piesporter Grafenberg Riesling Qualitätswein
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 28 19 · 12,5% vol. Alkohol

16,5 | 02.09.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Grünliches Zitronengelb. Kühler, zartpflanzlicher Rieslingduft mit rotfruchtigen Akzenten. Saftig und klar fokussiert, durchaus auch ein wenig grünkräuterig. Vitale Säure. Ein Grenzgänger zwischen Cool- und Hot-Climate, der die guten Seiten beider Welten in sich vereint. Nach rund zwei Stunden Luftkontakt etwas charmanter und weicher. Hervorragende Länge und Nachhaltigkeit. Ein im besten Sinne untypischer Vertreter des Jahrgangs 2018.

15,5 | 01.06.2019 | offen verkostet von Werner Elflein

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2018er Wintricher Ohligsberg Riesling Qualitätswein
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 38 19 · 13% vol. Alkohol

16,5 | 26.09.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Derzeit noch recht verschlossen. Spricht auf Belüftung im Ovarius-Dekanter gut an. Helles Goldgelb. Puristischer Rieslingduft mit feiner Kräuternote, die entfernt an ein bekanntes Schweizer Kräuterbonbon erinnert. In der Nase aber auch mit Aromen von gelbem und grünem Apfel sowie etwas Apfelschale. Wirkt am Gaumen noch etwas monolithisch. Saftige Frucht, feine Säure, trockenes Geschmacksbild, sehr gute Länge. Benötigt noch Ruhe und Geduld.

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2017er Kestener Herrenberg Pinot noir Qualitätswein
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 3 19 · 11,5% vol. Alkohol

17 | 28.11.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Transparentes, helles Granatrot ohne erkennbare Trübung. Von feinen Holznoten geprägte Nase mit dezenter ätherischer Note und leisen Anklängen von roten Beeren. Wie auch beim Pendant aus dem Dhroner Hofberg stehen derzeit die Aromen vom Holzfass (gebraucht von der Domaine de la Romanée-Conti) noch ein wenig im Vordergrund. Die Frucht wirkt weniger süß und tendiert eher in Richtung einer (noch unentwickelten) Sauerkirscharomatik. Sandige Tannine. Hervorragende Länge. Ein Pinot noir mit einer großartigen Zukunft.

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2017er Kestener Paulinsberg Pinot noir Qualitätswein
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 2 19 · 12,5% vol. Alkohol

16,5 | 25.11.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Transparentes, leicht trübes Granatrot mit erkennbaren Brauntönen. Frischer, ätherischer und anregender Beerenduft. Auf der Zunge mit feinfruchtigem Auftakt. Es folgen markante, aber reife, feinkörnige Tannine, die unbedingt eine längere Flaschenreife von gut und gerne einem Jahrzehnt erfordern, auch wenn sie bereits jetzt sehr gut auf eine Belüftung im Ovarius-Dekanter ansprechen und sich durch diese wesentlich geschmeidiger präsentieren. Würzige Röstaromen am Gaumen, animierendes Säuregerüst, hervorragende Länge und Nachhaltigkeit. Vereint finessenreiche Eleganz, charaktervollen Ausdruck und stilsichere Eigenwilligkeit.

Günther Steinmetz · Brauneberg · Deutschland
2017er Dhroner Hofberg Pinot noir Qualitätswein
Deutschland · Mosel (ehem. Mosel-Saar-Ruwer) · A. P.-Nr. 2577121 5 19 · 11,5% vol. Alkohol

17 | 27.11.2019 | offen verkostet von Werner Elflein
Transparentes, helles Granatrot ohne erkennbare Trübung. Hochfeiner Duft, sowohl im Hinblick auf die noch recht präsente Holznote, als auch auf die rotbeerige Frucht, deren Spektrum von reifer Himbeere über Brombeere bis hin zu Preiselbeere reicht. Auf der Zunge überraschend leichtgewichtig, aber mit dichter, süßlich anmutender Frucht und samtigen, zum Teil bereits mürben Tanninen. Hervorragende Länge. Sollte unbedingt noch mehrere Jahre liegen.