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enomatic-Weinschrank in der Vinothek Speltz, Luxemburg

enomatic-Weinschrank in der Vinothek Speltz, Luxemburg · Bild: Thomas Winterstetter

Wir wir Weine bewerten

Neben oder anstelle ausführlicher Verkostungsnotizen treten häufig Weinbewertungen auf der Basis numerischer Skalen. Über deren Sinn und Unsinn sowie Vor- und Nachteile lässt sich trefflich streiten. Wir sehen durchaus, dass der unkritische Umgang vieler Medien mit dem Instrument der Punktevergabe zu einer aus unserer Sicht unerträglichen Banalisierung und Entwertung des Kulturguts Wein führt, der wir entschieden entgegen treten. Bei weinfreaks.de setzen wir uns für einen verantwortungsbewussten und selbstkritischen Umgang mit Bewertungen ein, der sich in unserer differenzierten Verkostungsmethodik und der Verbindung unterschiedlicher Verkostungsformen widerspiegelt.

International hat sich in den vergangenen Jahrzehnten die 100-Punkte-Skala durchgesetzt, die jedoch vor allem wegen einer zunehmend um sich greifenden, unreflektierten Flut von Bewertungen über der 90-Punkte-Grenze zunehmend auf Kritik stößt. Wir haben uns daher für die früher in Europa weit verbreitete 20-Punkte-Skala entschieden. Die Skala entspricht in ihrer Auslegung im Wesentlichen dem Schulnotensystem Frankreichs. Neben ganzen sind hier auch halbe Punkte möglich. Weine, die weniger als 10 Punkte erhalten, sind mangel- oder fehlerhaft. Ihre Bewertungen werden nicht veröffentlicht. 10 bis 11,5 Punkte beschreiben eine ausreichende, 12 bis 13,5 Punkte eine zufriedenstellende Leistung. 14 bis 15,5 Punkte gelten als gute Bewertung. Ab 16 Punkten sprechen wir einheitlich von der Note „sehr gut“. Der im Vergleich zu den anderen Notenstufen größere Zahlenbereich soll im Spitzensegment eine bessere Differenzierung ermöglichen.

Der Vorteil der 20-Punkte-Skala besteht unter anderem im Fehlen einer psychologischen Grenze, wie es die 90 Punkte in der 100-Punkte-Skala darstellen.

Bei Juryverkostungen besteht die Herausforderung, die Bewertungen der einzelnen Verkoster zu einem Mittelwert zu bündeln. Die in der Praxis oft verwendeten Mittelwerte mit zum Zeil mehr als einer Nachkommastelle täuschen jedoch eine Genauigkeit vor, die allein aufgrund mangelnder Reproduzierbarkeit nicht gegeben ist. Das arithmetische Mittel beispielsweise ist nicht ausreichend robust gegenüber Ausreißern und führt vor allem am oberen Rand der Bewertungsskala zu starken Nivellierungseffekten.

Bei weinfreaks.de verwenden wir eine von uns speziell entwickelte Metrik: Aus den uns vorliegenden Bewertungen eines Weins errechnen wir den Median. Bei gerader Anzahl abgegebener Bewertungen entspricht der Median dem arithmetischen Mittel aus Unter- und Obermedian. Danach bilden wir (bei einer ungeraden Anzahl von Bewertungen) das arithmetische Mittel aus dem zuvor ermittelten Median und seiner unmittelbaren Nachbarn in der sortierten Reihe der Bewertungen. Dies verhindert, dass bei stark polarisierenden Weinen die Entscheidung eines Teilnehmers womöglich einen zu großen Einfluss auf das Verkostungsergebnis hat. Abschließend wird dieses arithmetische Mittel kaufmännisch auf eine zulässige Punktzahl gerundet.

Beispiel: Neun Teilnehmer bewerten einen Wein mit vier Mal mit 13,5 und fünf Mal mit 15 Punkten. Aus dem Median (15) und den Nachbarwerten (13,5 und 15) ergibt das arithmetische Mittel 14,5. Eine Rundung ist hier nicht mehr notwendig. Der Wein erhält also 14,5 von 20 Punkten.