Stiftung Warentest und die Rotweine aus dem Discounter

Veröffentlicht am 3. Dezember 2011 in der Rubrik »Meinung« | Bisher keine Kommentare

»Blaurot. Deutlich in Geruch und Geschmack. Fruchtig (Johannisbeeren, Schattenmorellen, Pflaume). Betonte Säure, leicht bitter. Noch ausgewogen, jung.« Was sich hier wie eine Aneinanderreihung überwiegend belangloser Hohlphrasen liest, soll in Wirklichkeit die Verkostungsnotiz eines guten Rotweins darstellen. Und obwohl es die Verkoster in ihrer recht oberflächlichen Notiz unterlassen haben, das Bukett differenzierter als in Form einer bloßen Aufzählung diverser Fruchtaromen zu beschreiben, explizit auf die Qualität der Tannine einzugehen und wesentliche Strukturparameter wie Länge, Tiefe oder Nachhaltigkeit anzusprechen, sind die verbleibenden Aussagen durchaus geeignet, dem geneigten Leser den Eindruck einer eher unterdurchschnittlichen Weinqualität zu vermitteln. Weiterlesen »

Die Frage vom Sonntag

Veröffentlicht am 5. Juni 2011 in der Rubrik »Kurz notiert« | 1 Kommentar

Was bedeutet es, Siegerwein einer Juryverkostung zu sein, wenn diese ausschließlich mit drittklassigen Flaschen besetzt ist? Damit meine ich übrigens nicht zwingend nur die Weine …

Mineralität! — Qu’est-ce que tu dis?

Veröffentlicht am 3. Juni 2011 in der Rubrik »Meinung« | 1 Kommentar

Die Weinberge von Iphofen kenne ich seit meiner Kindheit. Fränkischer Silvaner war vermutlich der erste Wein, den ich als Jugendlicher zu trinken bekam, und der nicht unerheblich zu meiner späteren Leidenschaft beigetragen hat. Ich weiß, was geschieht, wenn ich während eines oder nach einem Regen durch den hängigen Kronsberg oder den steilen Julius-Echter-Berg gehe. Meine Schuhabsätze werden, dank der überragenden Wasserspeicherfähigkeit des Gipskeupers, zunehmend höher. Ich weiß, wie ein Silvaner schmeckt, beziehungsweise, wie er zu schmecken hat, wenn die Aromatik der Trauben von diesem Boden geprägt werden. Das Problem: Ich kann Letzteres anderen inhaltlich nicht einmal ansatzweise vermitteln. Weiterlesen »

Never Mind the Wineguides, Here’s the Reality

Veröffentlicht am 1. Januar 2011 in der Rubrik »Rezension« | Bisher keine Kommentare

Pünktlich zu Weihnachten »beglückten« uns einige Verlage wieder mit ihren jährlich neu aufgelegten Weinführern. Ich gebe zu, sie nicht alle gelesen zu haben. Wozu auch? Gerhard Eichelmanns Werk »Deutschlands Weine« geht mir schon seit langem am Allerwertesten vorbei, und das Booklet »Die 800 besten Weingüter in Deutschland« aus der Redaktion des Hamburger Magazins »Der Feinschmecker« habe ich nur aus purer Langeweile erworben, um mir während einer Zugfahrt die Zeit zu vertreiben. Im Nachhinein hätte ich mir dies sparen können und während der Fahrt lieber Löcher in die Luft gestarrt. Schließlich wäre noch der Gault-Millau WeinGuide zu nennen, der für den Leser in einigen Regionen durchaus brauchbare Empfehlungen enthält — und zwar präzise zwischen 12:00 Uhr und Mittag. Weiterlesen »

Bauchkrämpfe

Veröffentlicht am 25. November 2010 in der Rubrik »Kurz notiert« | 4 Kommentare

Vor mir auf dem Tisch liegt die neue, 2011er Ausgabe des Gault-Millau WeinGuide. Bauchkrämpfe ob des bisher Gelesenen halten mich davon ab, heute mehr darüber zu schreiben. Ich hole dies nach, sobald die Schmerzen nachlassen.

96 Punkte

Veröffentlicht am 7. Oktober 2010 in der Rubrik »Allgemein« | Bisher keine Kommentare

Restzuckerdebatte

Veröffentlicht am 12. September 2010 in der Rubrik »Meinung« | 2 Kommentare

Seit einigen Tagen häufen sich in der Weinbloggerszene und bei Facebook die Stimmen einzelner Trocken-Muezzins, die den vermeintlich oft zu hohen Süßegrad trockener Rieslinge, speziell der 2009er, anprangern. Eine kleinkarierte, bornierte Debatte über analytische Restzuckerwerte zu führen und allein den Weinerzeugern den Schwarzen Peter zuzuschieben, ist jedoch alles andere als zielführend und stellt eine unzulässige Verkürzung der in Wahrheit weitaus komplexeren Problematik dar. Weiterlesen »

Verdeckt oder offen?

Veröffentlicht am 4. Juni 2010 in der Rubrik »Meinung« | Bisher keine Kommentare

Vor geraumer Zeit hatte ich in einer Antwort auf eine Leserzuschrift angekündigt, einmal zu einer Frage Stellung zu beziehen, die nicht selten (zurecht oder nicht) zur Gretchenfrage erhoben wird, wenn es um das professionelle Verkosten von Wein geht, nämlich die Frage, ob Verkostungen grundsätzlich verdeckt stattfinden sollten, oder nicht. Der Gault-Millau WeinGuide widmet sich dieser Streitfrage in seiner 2010er Ausgabe. Weiterlesen »

Der Preis macht’s!

Veröffentlicht am 17. November 2009 in der Rubrik »Kurz notiert« | Bisher keine Kommentare

Bei der (in meinen Augen mangelhaften) Umsetzung der neuen Gault-Millau-Website (Usability scheint den Machern jedenfalls kein Begriff zu sein) lief anscheinend einiges nicht nach Plan (siehe Bild). Aber wozu noch unzeitgemäße Lagennamen, die letztlich nur den völlig überforderten Konsumenten verwirren? Reicht zur Bestellung der einfache Satz »Ich möchte den 2007er Riesling für 8,50 €, der 88 Punkte bekommen hat« nicht völlig aus?

Geprellte Ansteller

Veröffentlicht am 10. November 2009 in der Rubrik »Allgemein« | 3 Kommentare

Unter der Überschrift »Geprellte Ansteller« berichtet die aktuelle Ausgabe der Weinwirtschaft über das Geschäftsgebahren des bekannten Hamburger Weinkritikers Mario Scheuermann. Dieser soll nämlich einen Verkostungswettbewerb mit Weinen der Rebsorte Sauvignon blanc ausgeschrieben und dafür unter anderem von namhaften Weingütern nicht nur insgesamt rund 200 Weine erhalten, sondern darüber hinaus auch eine Gebühr von jeweils 40,- € (Preis ohne Umsatzsteuer), unterm Strich also circa 8.000,- € netto, kassiert haben. Auf eine Gegenleistung in Form der Besprechung und Bewertung ihrer Weine warten die Erzeuger allerdings bis heute. Weiterlesen »

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