Steinmetz und Hermann: Das Debüt

Veröffentlicht am 29. Juni 2016 in der Rubrik »Degustation«

Wenn es um die besten Weine von der Mosel geht, fallen immer häufiger zwei Namen.

Stefan Steinmetz (Weingut Günther Steinmetz, Brauneberg) wird von der Szene in erster Linie als Spezialist für geschmacklich-trockene Rieslinge wahrgenommen. Dabei ist es ein Fehler (aber typisch für die deutschen Trocken-Snobs), die von ihm ebenfalls in herausragender Qualität erzeugten frucht- und edelsüßen Exemplare zu übersehen.

Bei Christian Hermann (Weingut Dr. Hermann, Erden) verhält es sich annähernd umgekehrt. Seine Süßweine verdrehen weltweit Weintrinkern die Sinne. Mit seinen trockenen Rieslingen konnte er sich bisher aber noch nicht in Szene setzen.

Zusammen kamen beide auf die Idee, ihre Stärken zu vereinen. Unter dem Namen Steinmetz und Hermann feierten sie 2015 das Debüt ihres noch jungen Joint-ventures mit einem Riesling aus dem Ürziger Würzgarten. Aus bis zu 120 Jahre alten, wurzelechten Rebstöcken des Weinguts Dr. Hermann wurden vollreife, goldgelbe und kerngesunde Trauben selektioniert und, der gärstärkeren Hefen wegen, im Keller des Weinguts Günther Steinmetz gekeltert.

Entstanden ist ein Wein, bei dem wirklich alles zusammenpasst. Spannend, wie sich die Handschriften beider Betriebe geschmacklich im Wein widerspiegeln. Auf der einen Seite die üppige Reife, für die Dr. Hermann bekannt ist, auf der anderen die Wildheit der Steinmetz-Rieslinge in deren Jugend. Der 2015er Ürziger Würzgarten Riesling »Alte Reben«, wie er offiziell heißt, zählt (und hier besteht für mich kein Zweifel) bereits heute zu den großen Rieslingmonumenten des 21. Jahrhunderts. 99 Punkte erhält er bereits heute. In einigen Jahren dürfte er ein ernsthafter Anwärter für 100 sein. Soetwas gibt es nicht nach Belieben und auch nicht in jedem Jahr.

Ab Weingut war der Wein bereits unmittelbar nach seiner Präsentation als Fassprobe auf der ProWein ausverkauft. Im kommenden Jahr soll es einen Nachfolger und eventuell weitere gemeinschaftlich produzierte Weine geben. Wir dürfen gespannt sein.

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