Carsten Henn: 111 deutsche Weine, die man getrunken haben muss

Veröffentlicht am 3. November 2011 in der Rubrik »Rezension« | 2 Kommentare

111 deutsche Weine»111 deutsche Weine, die man getrunken haben muss«. Der kundige Weinfreund denkt dabei zunächst einmal an Riesling und Spätburgunder, vielleicht noch an den einen oder anderen ausgewählten Weiß- und Grauburgunder. Doch bereits beim ersten flüchtigen Durchblättern von Carsten Henns neuem Weinbuch beschleicht mich das Gefühl, der Autor treibe einen gar lustigen Schabernack mit mir. Chenin blanc aus Baden, Lagrein und trocken ausgebaute Huxelrebe aus Rheinhessen — dass sollen Weine sein, »die man getrunken haben muss«?

»Allein mit Moselweinen hätte ich dieses Buch komplett füllen können, aber dann wäre es nur um Riesling gegangen. Und obwohl dies die aufregendste Rebsorte der Welt ist, hat das Weinuniversum noch viel mehr zu bieten«, schreibt Henn im Vorwort — und hat damit vollkommen Recht! Bei aller Begeisterung, dass im eigenen Lande die weltweit besten Rieslinge erzeugt werden und inzwischen auch der deutsche Spätburgunder international für Furore sorgt, laufen wir zunehmend Gefahr, andere traditionelle Rebsorten wie Gewürztraminer, Muskateller und Scheurebe zu vernachlässigen. Syrah, Cabernet Sauvignon, Merlot & Co. haben als bereichernde Elemente ebenfalls ihre Berechtigung, und den Nachweis, mehr als Modeerscheinungen zu sein, längst erbracht. So ist der Buchtitel letztlich doch schlüssig. »111 deutsche Weine, die man getrunken haben muss« ist eben kein Nachschlagewerk für Etikettentrinker (sonst hieße es vermutlich eher »Die zweitausendzweihundertzweiundzwanzig teuersten Versteigerungsweine«), sondern eine anregende Lektüre für Weingenießer, die sich ihre Neugierde und Entdeckungsfreude bewahrt haben und den deutschen Wein in all seinen Facetten kennenlernen und erleben wollen. Weiterlesen »

Never Mind the Wineguides, Here’s the Reality

Veröffentlicht am 1. Januar 2011 in der Rubrik »Rezension« | Bisher keine Kommentare

Pünktlich zu Weihnachten »beglückten« uns einige Verlage wieder mit ihren jährlich neu aufgelegten Weinführern. Ich gebe zu, sie nicht alle gelesen zu haben. Wozu auch? Gerhard Eichelmanns Werk »Deutschlands Weine« geht mir schon seit langem am Allerwertesten vorbei, und das Booklet »Die 800 besten Weingüter in Deutschland« aus der Redaktion des Hamburger Magazins »Der Feinschmecker« habe ich nur aus purer Langeweile erworben, um mir während einer Zugfahrt die Zeit zu vertreiben. Im Nachhinein hätte ich mir dies sparen können und während der Fahrt lieber Löcher in die Luft gestarrt. Schließlich wäre noch der Gault-Millau WeinGuide zu nennen, der für den Leser in einigen Regionen durchaus brauchbare Empfehlungen enthält — und zwar präzise zwischen 12:00 Uhr und Mittag. Weiterlesen »

Dieter Hoppmann: Terroir

Veröffentlicht am 17. Juli 2010 in der Rubrik »Rezension« | 1 Kommentar

Schon wieder ein Buch zum Thema Terroir? Nein: Das Buch! Denn was Verfasser Prof. Dr. Dieter Hoppmann in seiner über 300-seitigen Fleißarbeit zusammengetragen hat, gebührt Hochachtung. Wissenschaftlich fundiert und äußerst differenziert findet der Leser brauchbare Antworten auf Fragen wie »Terroir — was ist das eigentlich?«, »Wie viel Variabilität der Temperatur verkraftet die Rebe?«, »Wie wirkt sich Trockenstress auf die Qualität aus?«, »Kann der Winzer das Mikroklima steuern?« (Die Antwort lautet übrigens: Ja) oder »Gibt es mikroklimatische Risiken?«.

Hoppmann geht ausführlich auf das Laubwandmanagement ein und betrachtet den Einfluss der Windverhältnisse unter dem Einfluss verschiedener Geländeformen. Außerdem wird der Terroirbegriff einzeln aus Sicht der einzelnen deutschen Anbaugebiete erläutert. Zu Mosel, Saar und Ruwer schreibt Hoppmann beispielsweise: »Die Steillagen an Mosel, Saar und Ruwer nehmen mit den sehr unterschiedlichen Klima- und Bodenverhältnissen eine Sonderstellung in den deutschen Weinbaugebieten ein. Deshalb wird in der Konzeption zum Terroir das Hauptaugenmerk auf den Steillagenweinbau gelegt.« Bei der Betrachtung der anderen Anbaugebiete baut Hoppmann dagegen auf anderen naturwissenschaftlich belegbaren Faktoren auf, in Franken spielt beispielsweise die Sonneneinstrahlung in den Reifemonaten September und Oktober eine entscheidende Rolle, während sich in Württemberg trotz Fehlens eines gebietstypischen Terroirkonzeptes eine Sorten-Lagen-Beziehung herauskristallisiert hat. Weiterlesen »

Reinhard Löwenstein: Terroir — Weinkultur und Weingenuss in einer globalen Welt

Veröffentlicht am 9. Juli 2009 in der Rubrik »Rezension« | Bisher keine Kommentare

Reinhard Löwenstein gilt als Vordenker der deutschen Terroirbewegung. Geschickt erweitert er die Bedeutung des ursprünglich aus Frankreich stammenden Terroirbegriffs um kulturpolitische Aspekte. »In Zeiten von Genmanipulation und Food-Design definiert sich der Begriff als Antithese zum Industriewein«, führt Löwenstein hierzu auf seiner Website aus, fügt der Diskussion um das Terroir damit eine weitere Dimension hinzu und bedient nebenbei noch den Zeitgeist. Weiterlesen »

Ellen Crosby: Die Merlot-Morde

Veröffentlicht am 14. Februar 2009 in der Rubrik »Rezension« | 1 Kommentar

Ellen Crosby: Die Merlot-MordeNach einem schweren Autounfall verlässt Lucie Montgomery das elterliche Weingut in Virginia und zieht nach Südfrankreich, wo sie wieder laufen lernt und als Fremdenführerin arbeitet. Als sie von ihrem Bruder Eli vom Tod ihres Vaters erfährt, kehrt sie in ihre Heimat zurück. Ihr Patenonkel Fitz glaubt nicht an einen Jagdunfall und wird kurz darauf tot in einem leeren Merlot-Fass aufgefunden. Gemeinsam mit dem Gutsverwalter Quinn versucht sie, das wirtschaftlich marode Weingut auf Vordermann zu bringen, während Eli und Schwester Mia auf einen schnellen Verkauf des Anwesens drängen.

Endlich liegt Ellen Crosbys 2006 erschienener Weinkrimi »The Merlot Murders« in einer deutschen Übersetzung vor. Wenngleich nicht unbedingt der literarischen Weltspitze zuzuordnen, so ist der Autorin doch ein unterhaltsamer und spannender Roman gelungen. Auf die Fortsetzung »The Chardonnay Charade« sowie ihr jüngstes Werk »The Bordeaux Betrayal« müssen wir aber wohl leider noch geraume Zeit warten.

Gault-Millau WeinGuide Deutschland 2009

Veröffentlicht am 7. Dezember 2008 in der Rubrik »Rezension« | 5 Kommentare

Was waren das noch Zeiten, als Deutschlands Weinfreunde jedes Jahr Anfang Dezember dem Erscheinen der neuesten Ausgabe des Gault-Millau WeinGuide Deutschland entgegenfieberten! Damals, so viel dürfte klar sein, spielte das Internet noch keine oder nur eine untergeordnete Rolle und stand daher dem Weinfreund kaum als brauch- und berechenbare Informationsquelle zur Verfügung. Mangels der Möglichkeit, verschiedene Bewertungen miteinander zu vergleichen, kam dem frühen Gault-Millau WeinGuide aufgrund seiner Monopolstellung durchaus eine besondere Bedeutung in der deutschen Weinszene zu, von der er heute noch zu zehren scheint, und dies, obwohl seine Zeit — wie die fast aller Printmedien — eigentlich längst abgelaufen ist. Weiterlesen »

Wolfgang Faßbender: Im Wein liegt Lüge

Veröffentlicht am 30. November 2008 in der Rubrik »Rezension« | Bisher keine Kommentare

»Im Wein liegt Lüge« nennt Wolfgang Faßbender sein neues, jüngst bei Mondo Heidelberg erschienenes Buch. In 99 Kapiteln geht der profilierte Gastronomie- und Weinjournalist dem Wahrheitsgehalt zahlreicher, mitunter sehr abenteuerlicher Weinmythen auf den Grund, die sich bis heute beharrlich in den Köpfen vieler Weintrinker gehalten haben. Weiterlesen »

Die besten Weinkrimis

Veröffentlicht am 28. August 2008 in der Rubrik »Rezension« | Bisher keine Kommentare

Für Liebhaber von Weinkrimis habe ich heute einmal die meiner Meinung nach besten in einer Liste zusammengestellt. Viel Spaß! Weiterlesen »

Der Baron, der Wein und der Tod …

Veröffentlicht am 15. Juni 2008 in der Rubrik »Rezension« | Bisher keine Kommentare

»Sind Sie auch von der ›Naspa‹ betrogen worden?« Der Unternehmer Conrad Brühl glaubt, nicht das einzige Opfer der Geschäftspraktiken seiner ehemaligen Hausbank, der Nassauischen Sparkasse, zu sein und ruft über seine Website zur Gründung einer Interessengemeinschaft geschädigter Kunden auf. Vor diesem Hintergrund verwundert es kaum, dass in Brühls Ende 2007 erschienenen Kriminalroman »Der Baron, der Wein und der Tod …«, den der Autor auch als »Ratgeber für Existenzgründer und kleine Mittelständler« verstanden wissen will, die Machenschaften korrupter Banker und Politiker im Mittelpunkt der »surrealen (oder vielleicht doch realen?) Geschichte« stehen. Weiterlesen »

Gault-Millau WeinGuide Deutschland 2008

Veröffentlicht am 1. Dezember 2007 in der Rubrik »Rezension« | 1 Kommentar

Warb der von Armin Diel und Joel Payne herausgegebene Gault-Millau WeinGuide Deutschland 2007 auf dem Einband noch mit dem Schriftzug »Die Bibel des deutschen Weins«, so wird auf dieses peinliche Zitat (ohne Quellenangabe) auf der jüngst erschienenen 2008er Ausgabe glücklicherweise verzichtet. Im Vergleich zum Vorjahr wurden über 500 Weine weniger verkostet, dennoch stieg die Zahl der aufgeführten Weingüter um 45 auf nunmehr stolze 855. Um (rund 50 Seiten) Platz zu sparen, werden die als »zuverlässig« mit einer von möglichen fünf Trauben klassifizierten Betriebe ab sofort nur noch mit einer halbseitigen Darstellung bedacht, und anstelle einer alphabetischen Ordnung erfolgt die Sortierung der Weinerzeuger innerhalb der 13 Anbaugebiete nun primär nach der Traubenkategorie. Weiterlesen »

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